Reservetechnik

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Verlosung

Rezensionsportal: Bitte noch eine Seite ...

In beiden Elternzeiten habe ich nicht nur ein neues Familienmitglied begleiten dürfen, sondern auch in der virtuellen Welt einen Neustart gewagt. Beim Tochterkind 2010 war das dieses DIY-Kreativtagebuch, mit dem ich nach zwei Jahren privater Blogerfahrung angefangen habe, öffentlich zu bloggen. Auch beim Sohnemann gibt es am Ende des Elternzeitjahres ein neues Blogkind - diesmal ist es mein eigenes Rezensionsportal, das euch hoffentlich genauso gut gefällt wie mir.

http://bittenocheineseite.wordpress.com/

Die Buchbesprechungen werden zwar weiterhin hier auf amberlight-label als Erstveröffentlichung erscheinen, sind aber auf "Bitte noch eine Seite ..." als eigenständige Suchoberfläche besser auffindbar. So kann via Mausover sowohl das "Bücherregal" wie auch die "Hörstation" aufgeklappt werden, um einzelne Kategorien anzeigen lassen zu können. Nach über einem Jahr Vorlaufzeit konnte ich dort immerhin schon 25 Buchvorstellungen eintragen. Inzwischen ist meine Rezensionstätigkeit auch etwas professionalisiert und ich bin bei mehreren Verlagen gelistet. Im Herbst erwarten euch ganz wunderbare Neuerscheinungen, die ich vorstellen darf. Als bekennender Büchernarr kann es für mich nichts Schöneres geben.




Als CMS-System habe ich mich diesmal nicht für blogspot sondern für wordpress entschieden und bin begeistert, welche grafischen Oberflächen sich dort mit relativ wenigen Programmierkenntnissen umsetzen lassen. Hinter dem Plus-Zeichen am unteren Bildschirmrand versteckt sich die Möglichkeit dem Rezensionsportal via mail, wordpress oder bloglovin zu folgen. Auch eine eigenständige FB-Seite ist bereits eingerichtet. In den letzten Jahren habe ich schließlich halbwegs verstanden, wie der Social Media Bereich funktioniert.


Mein größte Freude wäre es nun, wenn der noch ganz junge Blog von euch besucht und vielleicht auch genutzt wird, wenn ihr nach der nächste Kinder-, Jungend- oder Kreativbuchlektüre Ausschau haltet. Das Rezensionsportal bleibt übrigens zunächst vollkommen werbefrei und darf deshalb hoffentlich auch beim Freutag verlinkt werden. Wie gefällt euch denn mein neues Blogkind?
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Rezension: Frau Bengali

Vielleicht ist meine Negativeindruck zum Kinderbuch der letzten Woche auch deshalb so konsequent ausgefallen, weil gleichzeitig ein wahrer Kinderbuchschatz auf meinem Rezensionstisch liegt, der mich wirklich begeistert. Meine Neuentdeckung ist der Berliner Waldhuhn-Verlag, den die zwei bildenden Künstler Kirsten Hinkler und Marc Hartmann gegründet haben. Als erste Publikation der beiden freien Illustratoren und Autoren habe ich das im Februar 2014 erschiene Buch "Frau Bengali"* bekommen.

Abbildung vom Waldhuhn-Verlag
Zitat Klappentext:

"Frau Bengali ist unsere Nachbarin. Sie wohnt schräg gegenüber. Morgens, wenn ich aus dem Haus gehe, treffen wir uns oft auf der Straße. 
Um die Schultern trägt Frau Bengali ein Tuch, auf das ein ganzer farbenfroher Dschungel gemalt ist: Man sieht leuchtend bunte Papageien, exotische Pflanzen und aus dem hohen Gras lugt der Kopf eines großen Tigers. Ich schaue mir das Tuch gerne an, besonders den Tiger. An manchen Tagen kommt es mir vor, als würde der Tiger mich auch ansehen. Frau Bengali lächelt dann und sagt, der Tiger sei ihr Freund, er begleite sie jeden Tag, ganz gleich, ob es regnet oder die Sonne scheint. 
Frau Bengali umgibt irgend-etwas Besonderes, ein Geheimnis, das ich unbedingt lüften möchte …"

Das mit 28,8 x 22,2 cm recht großformatige, 48seitige Hardcover-Buch ist ein wahrer bibliophiler Bilderbuchschatz, denn nicht nur die Geschichte rund um die indische Nachbarin Frau Bengali verzaubert, sondern vor allem auch die farbenfrohen Illustrationen, die teilweise sogar ganzformatig das Buch durchziehen. Da meine berufliche Seite mir bereits eine längere Zeit in einer grafischen Sammlung ermöglicht hat, würde ich die Illustrationen zu gerne mal im Original sehen, um unterscheiden zu können, ob hier nur gezeichnet wurde oder auch die Radierung oder Aquatinta zum Einsatz gekommen ist. Die Seiten sind auf jeden Fall ein Sehgenuss.

Abbildung vom Waldhuhn-Verlag
Im Gegensatz zu nicht wenigen Büchern, bei denen entweder die Illustrationen oder der Text überzeugen können, bin ich bei diesem Buch von beidem begeistert. Das selbst gesteckte Ziel "weisungsfrei innovative, künstlerisch hochwertige Bilderbücher zu verlegen" haben die Autoren meiner Meinung nach auf jeden Fall erreicht. Es sind keine Geschichten mit dem erhobenen Zeigefinger sondern eine poetische Erzählung, die nicht nur die Kinder sondern auch den Erwachsenen auf die Reise zu sich selbst schickt. Das hat bislang kein anderes Kinderbuch geschafft, das in unserem Leseregal steht. Empfohlenes Lesealter ist ab fünf Jahren.

Abbildung vom Waldhuhn-Verlag

Kontrastierend zum Farbenspektakel im Inneren der hochwertig mit Biofarben und klimaneutral in Berlin gedruckten Bücher, sind die Buchrücken übrigens schwarz-weiß gehalten und heben sich dadurch geschickt aus dem Buchregal heraus. Ich glaube, wir werden sehr oft zu diesem Buchschatz greifen. Der Preis von 16,95€ ist bei dieser Publikation* jeden Cent wert. Besonders sympathisch an dem jungen Verlagsgründerpaar finde ich, dass auf der Waldhuhn-Seite nachdrücklich auf die Unterstützung des lokalen Buchhandels hingewiesen wird. Meine Bücherriesenlinks*, sind daher diesmal noch etwas mehr fehlplaziert, auch wenn die Blogeinnahmen immer mal gute Taten ermöglichen und wir selbst uns sehr bemühen im kleinen Buchladen um die Ecke zu bestellen.


Zusammen mit der Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin Sasha Sophie Halm gab es zu diesem Buch übrigens bereits eine Lese-Performance, die sicherlich ebenso großartig war, wie das Buch. Da wäre ich sehr gern mal mit dabei.
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Hoffest & Fundstücke bei der Uroma

Am vergangenen Wochenende haben wir ein wunderbares Hoffest bei der Uroma gefeiert, die eigentlich auch dringend auf junge, ein bisschen verrückte Familien wartet, die sich auf das Abenteuer Altbausanierung einlassen. Leider liegt ihr Hof aber so tief in der dörflichen Pampa von Sachsen-Anhalt, dass auch wir ohne einen beruflichen Hintergrund, der von zu Hause aus funktionieren würde, daran scheitern.


Der Hof ist seit sehr vielen Generationen im Familienbesitz und noch nie hat er erleben müssen, dass nur noch eine einzige Bewohnerin zwischen den vielen Gebäuden lebt. Ein paar Blogeinblicke gab es schon bei der Reiseapotheke, der Wäschemangel oder dem Schrank, der inzwischen wieder strahlt und bei uns steht. Es war ein wunderbares Fest mit immerhin vier Generationen - aber ein wenig schwermütig hat es mich trotzdem gemacht, denn ich wünsche mir so sehr, dass diesen (angeheiratete) Familienbesitz doch noch eine Zukunft erwartet.




Zwischen den bäuerlichen Überresten finden immer mal wieder kleine Kostbarkeiten. Bereits vor einigen Wochen musste ich dieses Holzpferd unbedingt mitnehmen, mit dem nun unsere Tochter begeistert spielt. Nur die rieselnde Pelzmähne war nicht zu retten ....



Mittwochs mag ich .... den Hof der Uroma, mit seinen vielen Geheimnissen und Zeitzeugnissen.
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Leseknochen

Dank der Nähkünste konnte im Bekanntenkreis angemessen getauscht werden - ganz viele Kinderkassetten für das Tochterkind und für den tauschwilligen jungen Mann stattdessen ein bequemer Leseknochen, der wieder nach dem Schnittmuster von sew4home entstanden ist.


Vernäht wurde ein weicher Cord aus dem Sterntaler Werksverkaufstoff, der erstmals mit den Resten aus der Overlock-Maschine gefüllt wurde. Das geht eigentlich ganz prima, weil die Stoffreste ja schon so wunderbar klein geschnitten sind. Ich habe allerdings feststellen müssen, dass sich dunkle Stoffreste bei zu hellem Stoff dann doch nicht so gut eignen und man hektisch nachzustopfen beginnt.


Auf unserem Creadienstagstisch haben sich nun statt dem Leseknochen Kindheitserinnerungen wie Pünktchen und Anton* und Bärenbrüder* breitgemacht. Benjamin Blümchen* und Der kleine Eisbär* gab es bei mir selbst erst nach der Wendezeit auf die Ohren und da war ich aus diesem Höralter schon raus (jetzt fühle ich mich alt!). Was habt ihr denn gehört?

In einem halben Jahr gibts übrigens schon wieder weihnachtliche Geschenke ...
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Nähbloggertreff Overlock

Letzten Freitag gab es wieder ein abendliches Treffen der Dresdner Nähblogger, bei dem diesmal ganz spontan Mit Nadel und Faden in ihr großartiges Nähzimmer unter das Dach geladen hatte. Bei den Treffen in den privaten Räumen kommen wir organisatorisch langsam an unsere Grenzen, da sowohl der Blog und vor allem die ursprüngliche Blogger-FB-Gruppe, die inzwischen eine regionale Nähgruppe ohne Bloggerhobby geworden ist, mit fast 200 Mitgliedern schon längst die Grenze der freien Einladbarkeit überschritten hat.

Für die kleine feine Bloggergruppe habe ich mich sogar in die Küche gestellt und mein Lieblingspartyrezept umgesetzt, während der Sohnemann zur langsamen Mamazeitabgewöhnung einen halben Tag bei seinen Großeltern war. Für die Partyteigtaschen braucht man nur etwas Schinken, der mit kleinen Schalotten angebraten und ganz viel Petersilie vermischt wird. Diese Füllung kommt dann auf quadratisch zugeschnittene Blatterteigvierecke, die zum Briefumschlag gefaltet werden. So wandert das ganze in den Ofen und schon ist das kleine kulinarische Mitbringsel fertig.
 

Nach der gemeinschaftlichen Stärkung gab es diesmal - zu meiner sehr großen Freude - das Thema Overlockmaschinen. Da mein Maschinchen noch nicht so lange bei mir steht, konnte ich richtig viel lernen. Mit mir gefachsimpelt haben Saxony Girl, Himmelblau und Sommerbunt, Dani-Ela, Kääriäinen, Schau´n wir mal, Malou, resize-genadelt und Ranunkelchen.


Am Ende es Abend wusste ich, dass die Klarsichtfußvariante für meine Overlockmaschine auf meinen Geburtstagswunschzettel wandern wird und das ich bislang die Bündchen doch tatsächlich immer mit der falschen Variante angenäht habe!

Verlinkt bei My Monday Mhhhhhh von Glücksmomente.


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12tel Blick Juni 2014 Vierseithof

Baustart! Noch können wir es selbst kaum glauben, aber nach zwei Jahren Planungsphase arbeiten nun tatsächlich die Firmen auf dem Hof. Auf diesen 12tel Blick haben wir lange gewartet. Die ersten offiziellen Bauarbeiten sind vor den Abrissarbeiten die Geländeregulierung, Abtransport von Erde und Schutt sowie die eigentlich Baustelleneinrichtung.

Juni 2014
Den größten Unterschied zum Vorjahresbild haben aber noch gar nicht die Baumfirmen zu verantworten, denn den Dachrückbau von Anbau und Scheune hat eine benachbarter Bauernhofsbesitzer übernommen, der sich dafür die Wellblechdeckung behalten durfte.

Juni 2013
Inzwischen sind aber auch schon ganz große Bagger auf bzw. hinter dem Hof tätig und bewegen die Erdmassen dort, wo später mal unser Garten entstehen soll. Fertigstellung soll übrigens in weniger als einem Jahr sein - aber daran glaube ich noch nicht so ganz.



Für den  SINNblick 2014  von blick7 war ich bei den Aufnahmen auch wieder besonders aufmerksam:

Gesehen:
Nur noch die Dachlatten der Häuser, die bald abgerissen werden.

Gehört:
Das erste Mal richtige Großbaustellengeräusche.

Gerochen:
Staubige Luft.

Gedacht:
Und das soll wirklich nächstes Jahr schon bezugsfertig sein?

Der Baustart ist natürlich ein guter Grund diesen Blogeintrag noch schnell zum Freutag zu schieben.
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Rezension: Die Umweltfee

Mit dem Kinderbuch "Die Umweltfee" aus dem Frieling-Verlag ist die erste wirkliche Enttäuschung via Blogg dein Buch bei mir als Rezensionsexemplar gelandet. Die Autorin Christa Vera Meier, selbst Kita-Erzieherin, legt - vermutlich - ihr Erstlingswerk vor, mit dem sie Kinder ab vier Jahren für das Thema Umweltschutz sensibiliseren will. Ohne Verlage, wie Frieling, die auch Autodidakten und Quereinsteigern eine Buchpublikation ermöglichen, würden sich Geschichten wie diese wahrscheinlich niemals in eine Publikation verwandeln. "Die Umweltfee" gehört dabei, meiner Meinung nach, zu den Veröffentlichungen der über 2000-Frieling-Autoren, bei denen es besser wäre, wenn es über den Manuskriptstatus nicht hinauskommen würde.

Abbildung vom Frieling-Verlag
Auf nur sieben Doppelseiten, bei denen jeweils Illustration und Text gegenübergestellt sind, wird die Geschichte von Emil und Tina berichtet. Emil kippt den Mülleimer in einen See, weil ihm der Weg zur Mülltonne zu weit ist und er lieber mit Tina spielen möchte. Im See lebt ein Barsch, der zu ersticken droht. Daraufhin kommt die rettende Umweltfee, verwandelt Emil in ein Krokodil und nachdem er den Müll mit seinem Maul wieder aus dem See heraus befördert hat, wird er zurückverwandelt und die beiden sind wieder Freunde. Ende.

Abbildung vom Frieling-Verlag
Auch wenn der pädagogische Hintergrund der Geschichte natürlich sehr lobenswert ist, überzeugt mich dieses "Buch"* weder sprachlich noch über die Illustration oder gar die Gestaltung. Textpassagen wie "Emil, was hast du getan? Du bist ein Umweltsünder!" zeigen deutlich, dass hier weder altersgerechte Kindersprache umgesetzt wird, noch ein überzeugender Sprachstil das Buch durchzieht. Die Zwangsverwandlung des Kindes in ein Krokodil, wobei zu lesen ist "Er weinte, denn der wollte kein Krokodil sein, aber es half nichts." fand ich ziemlich irritierend und bezogen auf den Umweltgedanken und unser europäisches Ökosystem auch zutiefst unlogisch. Illustriert hat das Heftchen Severin Klisch, wobei es mir schwer fällt, die Photoshop-Bildchen als "anmutig" anzuerkennen, wie sie im Klappentext beschrieben werden.

Abbildung vom Frieling-Verlag
Abgerundet wird mein Negativeindruck noch durch den stolzen Preis von 8,90€, der für das dünne Heftchen* in Rückstichbindung verlangt wird und damit vierfach so teuer, wie jedes Pixi-Maxi-Heft ist, mit dem die Publikation noch am ehesten verglichen werden kann.

Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass die Autorin lange an dieser Geschichte gearbeitet hat und stolz auf ihr Werkt ist, kann ich diesmal dennoch keine Kaufempfehlung geben. Die Rezensionsexemplare bekomme ich zwar von den Verlagen gestellt, aber meine Meinung dazu wird dennoch ehrlich bleiben und - wie in diesem Fall - neutral die Kritikpunkte auflisten. Die Kita-Erzieherin sollte lieber gute Kinderbücher vorlesen, als selbst welche zu schreiben.

Der Freundeskreis meinte übrigens, dass das Heftchen wie eine Publikation vom UmweltBundesamt aussehen würde - damit tut man aber der offiziellen Behörde tatsächlich unrecht, denn wie ich über Mama denkt erfahren habe, kann man sich dort völlig kostenlos das Buch "Nachrichten aus der Tonne" bestellen und das ist eine wirklich empfehlenswerte Lektüre zum Thema Müll!
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Sommerbluse Frau Frida

Die Bloggerwelt inspiriert doch immer wieder - als ich im Stoffbüro gelesen habe, dass es eine Sommerbluse gibt, die in unter einer Stunde zu nähen ist, stand mein nächstes Nähprojekt fest. Der sommerliche Schnitt, der nur aus zwei(!) Schnittteilen besteht, heißt "Frau Frieda"* und kommt samt eBook von Schnittreif* und Fritzi*.


So luftig leicht und vor allem locker sitzend, wie geplant, ist mein Erstversuch nicht geworden, denn im eBook ist die Oberweite ausschlaggeben und da lande ich seltsamerweise bei einer Größe S, die ich noch nichtmal vor der Schwangerschaft getragen habe und nach meiner Einschätzung auch nicht der Stilloberweite entspricht.

Andererseits schmeichelt es ja schon irgendwie, wenn man so etwas zuschneiden darf. Getragen schmeichelt da allerdings gar nichts mehr und zeigt eher allzudeutlich die Problemstellen. Der Schnitt ist aber trotzdem großartig und vor allem der verlängerte, abgerundete Rücken sieht toll aus. Weitere Frieda-Blusen* werden auf jeden Fall folgen.


Vernäht wurde ein petrolfarbenes Baumwoll-Stöffchen vom letzten Stoffmarkt, der ursprünglich für die Tochter gedacht war. Sehr ärgerlich war allerdings, dass der Stoff deutlich Druckfehler zeigt, wie ich bei Instagram festgehalten habe. Da schaue ich lieber unter das Shirt, denn diese Overlock-Nähte sind einfach ein Traum ...


Verlinkt bei Mittwochs mag ich und dem Me-made-Mittwoch.

Nachtrag:

Das Größenrätsel ist inzwischen gelöst - der Mann hat "heimlich" die Druckereinstellung angepasst und da es bei diesem Schnittmuster kein Kontrollfeld gibt, habe ich den Skalierungsfehler nicht mitbekommen ...
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Hochzeitskissen

Genau einen Monat nach der Hochzeit, auf der unser Tochterkind ihren Auftritt als Ringmädchen hatte, zeige ich heute nun endlich das Hochzeitskissen, das für das Brautpaar als Geschenk entstanden ist. Eigentlich hat man bei Kissen-Blog-Einträgen ja selten mehr zu erzählen, als über den verwendeten Stoff und vielleicht noch die Stickdatei Auskunft zu geben. So hätte ich mir das auch gewünscht, denn schließlich hüpfte das Geschenk nur einen Tag vor der Hochzeit von der Nadel.



Wenn es schnell gehen muss, funktioniert natürlich nichts - das Maschinchen*, was mich noch nie im Stich gelassen hat, produzierte ausgerechnet an diesem Tag zum ersten Mal ein unsauberes Stickbild und zog den weißen Unterfaden nach oben. Meine Versuche mit Neueinfädeln, Putzerei und die Versuche mit Avalonfolie* brachten keine Besserung. Irgendwann spulte ich einfach den Oberfaden* auf die Spulen und überdeckte so wenigstens das Problem. Nachdem ich fertig war, fiel mein Blick aber auf das Datum und ich ahnte schon schreckliches, als ich nach dem Kalender suchte. Die Hochzeit war natürlich am 17.(!) Mai und nicht am 18. *grmpf* Inzwischen war auch der Bestand an meinem verwendeten Sterntaler-Stoffes deutlich geschrumpft ...

Mit dem vierten Zuschnitt ist dann endlich das Kissen mit dem richtigen Datum und der wunderbaren Stickdatei von Susalabim* (erhältlich bei kunterbunt-design) entstanden. Glücklich gemacht hat mich an diesem Chaosnähtag eigentlich nur der Overlock-Rollsaum, der am Hotelverschluss richtig gut aussah.



Als Einnäher für die Seite habe ich neben meinem eigenen Nählabel* ein Stückchen Farbenmix Love-Webband* ausgesucht, das für diesen Anlass perfekt passte. Nach dem Ringmädchenkleid, dem Ring- und nun dem Geschenkkissen mit seinen verschiedenen Fehlzuschnitten habe ich es doch tatsächlich erstmals geschafft, einen der der gehorteten Sterntalerstoffe nahezu restlos zu vernähen.


Wie schon berichtet, ist das diesem Tag nicht nur in mehreren Anläufen das Kissen, sondern auch die Elodie-Langarmärmel und das komplette Hochzeitsoutfit - Strampelhose und Shirt - für den Sohnemann entstanden. Ohne den ungeplanten Dauereinsatz der Großeltern, die das Baby betreuten während ich schwitzend vor den Maschinen saß, wäre das nicht möglich gewesen. Rückblickend war das sicherlich der nähreichste Tag meiner ganzen Elternzeit ...
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BRN Bunte Republik Neustadt 2014: Talstraße

Obwohl der Mann dieses Wochenende durch zahlreiche Proben für sein sonntagliches Konzert in der Kreuzkirche kaum Familienzeit hatte, haben wir es auf der BRN - dem buntesten Stadtteilfest Dresdens und mit politischer Vergangenheit - wenigstens auf die Talstraße geschafft. Das besondere auf dieser Spielstraße ist, dass es keine Hüpfburgen oder rein kommerzielle Kinderbespaßungen gibt, sondern die Anwohner selbst ein wunderbares Kinderfest gestalten.



So gab es nicht nur "erradelte" Smothies, sondern auch den ganz traditionellen  Kartoffeldruck und Claun Claus, der auch unser Tochterkind begeisterte. Das Autogramm mit ihrem Namen wird sie wohl recht lange über ihrem Bett hängen haben ...



Ganz frei von kommerziellen Angeboten, wie noch vor einigen Jahren, ist die Talstraße nicht mehr. Wenn es sich dabei  aber um Anbieter wie "Karl die Maus" handelt, der wunderbare Siebdruck-Shirt mit Tiergrafiken anbietet und hoffentlich bald mal wieder seinen DaWanda-Shop* füllt, stört das nicht im Gesamtbild.



Noch lieber sind mir allerdings die Kinder-für-Kinder-Aktionen. Am beeindruckensten ist dabei sicherlich immer die Kaltwasserrakte, die es sogar schon zu wikipedia geschafft. hat. Dabei wird eine PET-Flasche mit Wasser gefüllt und mittels Fahrradluftpumpen unter Druck gesetzt. Danach genügt der Abschuss des Systems und die Flasche wird mit einem lauten Knall in die Höhe geschossen.




Das Tochterkind hat bei der Bunten Republik Neustadt ihre allererste Zuckerwatte bekommen und konnte es kaum glauben, dass die Zuckerfäden keine Wolle sind, sondern wirklich essbar ...
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Transparenzbericht 05/2014

Auch im Mai sind die Blogeinnahmen von amberlight-label dreistellig geblieben und haben 108,55 € erreicht. Damit geht der Trend weiter leicht nach unten. Diesmal haben sich die einzelnen Einnahmequellen überraschenderweise auf nur vier Bereiche verteilt.


Dabei kam von DaWanda* mit 23,12€ diesmal nur etwa die Hälfte der Einkünfte des Vormonats. Das Partnerprogramm von Amazon* brachte hingegen mit 63,18 € fast das Doppelte und damit das bislang beste Jahresergebnis. Der Blogsonsor internaht* und Namensbänder* blieben mit 17€ und 5,25€ nahezu konstant. Dafür blieb mein Flattr-Konto erstmals komplett leer. Dabei verteile ich meine eigenen 2€ ja inzwischen sogar an alle Instagram-Verfolger, denn für jedes meiner verteilten Herzchen gibt es ein Stück vom Kuchen ab - man muss sich nur anmelden. ;-)


Der Warenwert überstieg mit 130,62 € wieder den eigentlichen Geldwert und verteilte sich im Monat Mai ausschließlich auf Stoffwindeln und Rezensionsexemplare. Für den Po des Sohnemannes gab es neue bunte Verhüllungen vom Windelkind-Windeldienst im Wert von 33,80 € - darunter eine großartige Schwimmwindel, die diesen Monat endlich eingeweiht werden konnte.

Die Rezensionsexemplare verschiedener Verlage sind ein festes Standbein meines Bloges geworden. Momentan erscheint pro Woche mindestens eine Buchbesprechung. Im Mai waren das Bücher mit einem Warenwert von 96,82 €. Vorgestellt wurden dabei "Häkeln lernen mit EliZZZa"* (Perlen-Reihe), 12,95€, "Mein Zimmer im Grünen. Handarbeiten, Deko und Rezepte für Draußen-Genießer"* (Frech), 19.99€, "Remake IKEA. Inspirationen und Hack für den eigenen Stil"* (Topp LAB), 18,00€, "Vegan, regional, saisonal: Einfache Rezepte für jeden Tag" (Ulmer), 19,90€ , "Die Schattenband legt los!" (Bloomoon), 12,99€  und "Das Rucksackbuch für den Wald" (Perlen-Reihe), 12,99€.

Gleich zweimal habe ich im Mai Stoff gekauft - für 13,32€ bei Karstadt und 122€ habe ich beim Dresdner Stoffmarkt gelassen, aber davon auch noch die Rechnung beim Nähbloggertreff bezahlt.

Der Spendenanteil meiner Blogeinahmen von 20€ ist diesmal nach Berlin geflossen und hat - glücklicherweise mit sehr vielen andere - den ersten Supermarkt unterstützt, der ohne Einwegverpackungen auskommen will. In nur 24h waren die ersten 20.000€ gesammelt, die zur Realisierung notwendig waren. Zwei Tage läuft das Crowdfunding-Projekt "Original unverpackt" via Startnext noch und inzwischen ist die 100.000 € Marke sogar schon überschritten. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich dort bei einer meiner Berlin-Dienstreisen einkaufen gehen kann.


Im Mai wurden 24 Blogbeiträge freigeschaltet und die Seitenaufrufe stiegen auf 26.666. Gelistet und mit anderen Bloggern verglichen wurde mein Transparenzbericht des Vormonats wieder hier. Dort findet sich übrigens ein Blog, der sich zum Ziel gesetzt hat, in diesem Bereich gleich eine Million zu verdienen. Vierstellig sind seine Einkünfte pro Monat immerhin schon - im Vergleich dazu kratze ich ja wirklich nur an der Spitze des Euronenberges, aber ich bin glücklich, wenn mein Kreativtagebuch weiterhin das Nähhobby finanziert, den Vierseithoftraum unterstützt und ab und zu gute Taten ermöglicht.

Habt vielen Dank dafür, ihr lieben Über-die-Seite-Besteller!
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Indianer Tradition: Nabelschnur Amulett Eidechse

Bei der Elternzeit mit dem Tochterkind saß ich heute schon den zweiten Tag wieder im Büro und war damit zurück im Berufsleben. Mit dem Sohnemann habe ich aber ein vollständiges Jahr und so versuche ich die nächsten vier Wochen als Zusatzgeschenk anzunehmen. Der Papa hätte auch diesmal sehr gerne wenigstens drei - und gerne noch mehr - Elternzeitmonate genommen, aber bislang kann sich der Sohnemann ohnehin nur sehr schwer von mir trennen.

Während ich bei der Tochter um diese Zeit schon drei ganze Tage in Berliner Archiven verschwunden bin und mir sicher sein konnte, dass das Tochterkind weiterhin fröhlich die Welt anstrahlt, ist daran beim Sohnemann noch nicht mal zu denken. Dabei hat er eigentlich einen ganz besonderen Talisman, der ihn sein ganzes Leben beschützen wird: ein Nabelschnuramulett!



Seine Patentante, die sich auch beruflich mit Objekten indigener südamerikanischer Völker beschäftigt, hat uns bereits vor seiner Geburt damit überrascht, dass wir ein Stückchen Nabelschnur trocknen müssten, weil sie ihrem Patenkind einen solchen Glücksbringer herstellen wolle. Die Nabenschnurbehälter gehen auf die Tradition der Plain-Indianer* zurück. Das Trocknen eines Nabenschnurstückchens und des später zu Hause abgefallenen Nabelschnurrestes war im Hochsommer 2013 kein Problem. Die Hebamme war übrigens im Krankenhaus schon etwas belustigt aber auch sehr interessiert ... dieses besondere Lebensverbindungsstückchen zwischen meinem Kind und mir nicht vollständig im Müll zu wissen, ist ein sehr gutes Gefühl und ein bisschen Indianertradition kann uns Großstädtern sicherlich nicht schaden.


Unser Nabelschnuramulett in traditioneller Eidechsenform - typisch für einen Jungen, die Mädchen bekommen eine Schildkröte - aus Leder und mit Perlen bestickt, wird bei uns bleiben, bis der Sohnemann die Volljährigkeit erreicht oder eine eigene Familie gründet. Dann werden wir es ihm mitgeben und damit den letzten Schritt der "Abnabelung" symbolisieren. Ein sehr schöner Blick in die Zukunft.


Wer keine Patentante hat, die dieses wunderbare Geschenk zur Geburt selbst herstellt, wird übrigens auch bei DaWanda fündig. Dort gibt es bei der Lieblingsmanufaktur* kleine Nabenschnurtaschen, die Nabelino* genannt werden.


Nun bleibt mir zu hoffen, dass der Sohnemann seine erste Abnabelung in den nächsten vier Wochen langsam akzeptieren kann und er doch mal als kleiner tapferer Indianer, ein paar Stunden am Tag auf sein Muttertier verzichten kann. Nun freue ich mich aber erstmal weiter, dass mir noch ein ganzer Monat bleibt, bis auch ich wirklich loslassen muss (natürlich nur, um ihn nach einigen Bürostunden um so fester wieder in den Arm zu nehmen).

Vielleicht geht er seinen Lebensweg ja wirklich mal als naturverbundener "Indianer" - das würde immerhin erklären, warum er schon bei der Geburt nach den Sternen schauen musste ...
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Rezension: Land & Leinen - Duftig-leichte Nähideen im französischen Landhausstil

Leinen mag ich selbst sehr und wie ich recherchiert habe, war sogar mein allererstes Nähprojekt auf meiner ersten eigenen Nähmaschine aus diesem feinen Material. Unglaublich, dass das schon über vier Jahre her ist. Meine Leinenbegeisterung hat dazu geführt, dass ich mich gerne für das Buch "Land & Leinen - Duftig-leichte Nähideen im französischen Landhausstil"* von Chantal Sabatier entschieden habe. Das gebunde Buch wurde im Frühjahr 2014 im Thorbecke-Verlag herausgegeben, der zur Unternehmensgruppe Schwabenverlag gehört. Die Originalausgaber erschien 2011 unter dem Titel "Esprit campagne"*.

Abbildung vom Thorbecke-Verlag
Zitat Klappentext:

"Zarte Blümchendesigns, ländliche Karomuster, nostalgische Pünktchen und etwas Spitze hier und da sind der Stoff, aus dem diese Träume gemacht sind. Tischsets, Topflappen und Schürzen verschönern die Küche, Kissen, Decken und Vorhänge zaubern gemütliche Atmosphäre im Wohnbereich und Picknicktasche oder Gartendecke sind praktische Accessoires für das sommerliche Leben im Freien. Viele Nähideen im französischen Landhausstil machen Lust und Laune auf Land und Leinen."

Als das nur etwa A5 große Büchlein in meinem Briefkasten landete, war ich zunächst etwas überrascht, denn das Cover des Buches suggerierte mir ein deutlich größeres Format. Glücklicherweise ist aber die Buchgröße nicht alles. Der Inhalt besteht aus 24 Nähprojekte im Landhausstil, die den Kapiteln "Heimtextilien", "Kleine Aufbewahrungsgegenstände", "Zu Tisch" und "Gartenlust" zugeordnet sind. Dabei gehören zu jedem dieser Kapitel genau sechs Nähvorschläge. Es folgen "Schablonen", eine Doppelseite zu "Stichstickarten" und auf der allerletzen Seite ein Nachwort der Autorin, in dem man erfährt, dass Chantal Sabatier bereits ihr drittes Buch vorlegt und unter Atelier Violette selbst bloggt.

Abbildung vom Thorbecke-Verlag

Die Bilder im Buch - von Fabrice Besse - sind luftig leicht und nehmen einen tatsächlich mit auf die Reise nach Frankreich. Zu jedem Projekt gibt es eine ganzseitige Abbildung, der eine Anleitungsseite mit Angaben zu den Maßen, Stoffen bis hin zu den Nähutensilien und schließlich Nähanleitung gegenübergestellt ist. Die in ausführlichen Textblöcken gesetzen Anleitungen werden bei einigen Projekten in "Vorbereitungen", "Fertigstellung" oder auch "Abschließende Arbeiten" unterteilt.

Auch hier beschleicht mich wieder das Gefühl, dass dieses Buch für ein größeres Format gedacht war, denn die Texte quetschen sich geradezu auf die Seiten. Das virtuelle Schreibprogramm würde bei diesem Layout sicherlich bemängeln, dass die Seitengestaltung außerhalb der Seitenränder liegt. So sind die die Überschriften beispielsweise jeweils nur 0,5 cm unter dem oberen Seitenrand gesetzt und die Texte haben nur einen sehr geringen Zeilenabstand.

Abbildung vom Thorbecke-Verlag

Die kleinen Taschen, die an mehreren Stellen im Buch auftauchen, werden sicherlich irgendwann auch auf meine eigene Nähliste wandern. Einige andere Projekte - wie das "Gefäß in Milchkännchenform" oder der "Übertopf aus blauem Schachbrettstoff" - treffen hingegen weniger meinen Geschmack, wobei ich zugeben muss, dass ich mich ohnehin nicht vollständig im Landhausstil einrichten würde. Persönlich hätte ich mir eine kleine Stoff- und Begriffskunde gewünscht, denn in den Texten tauchen Angaben wie Halbleinen, Molton (der Windelstoff?), Spezialmolton und ombriert auf, deren Kenntnis nicht vorausgesetzt werden kann.

Abbildung vom Thorbecke-Verlag

Das Buch* ist eher für den bereits geübten Näher gedacht. Die Anleitungstexte zu den einzelnen Projekten sind zwar sehr ausführlich, geben dem Nähanfänger aber keine zusätzliche Hilfe durch Einzelbilder. Einige schematische Zeichnungen finden sich erst im Kapitel "Schablonen". Mit einem Buchhandelspreis von 14,99 € bekommt der Liebhaber des Landhausstils aber eine gute Zusammenstellung verschiedener Nähideen.

Das Frankreich-Thema passt übrigens perfekt zu meinem derzeitigen Leben, denn wie bereits die letzten elf Jahre betreue ich in dieser Woche wieder die Homepage der Bretagne-Klassenfahrt einer Dresdner Grundschule und hoffe, dass ich mit den täglichen Text-Bild-Berichten die Wartezeit der Eltern auf ihre Kinder etwas erleichtern kann. Leider bekomme ich das Material immer erst so spät, dass ich mit dem Stillschlafkind regelmäßig nach 23:00 Uhr noch vor dem Rechner sitzen muss ...

Verlinkt beim offenen Bücherregal von Goldkind.  
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